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Wie an vielen Orten im Kreisgebiet wurde auch in Schenefeld anlässlich des Volkstrauertages der Opfer der Weltkriege und auch derer, die Opfer ihrer Überzeugung oder ihres Glaubens wurden, sowie der Opfer von Krieg und Gewalt unserer Zeit gedacht. Nach einem eindrucksvollen Gottesdienst mit Pastor Lars Därmann in der Schenefelder Bonifatiuskirche zog die Gemeinde, angeführt von der Fahnenabordnung, zum Ehrenmal im Hohenzollernpark. Dort begrüßte Bürgermeister Hans-Heinrich Barnick die Teilnehmer.
Volkstrauertag
Gedenken am Ehrenmal: Landrat Dr. Jens Kullik hielt die Rede zum Volkstrauertag,
rechts dahinter Bürgermeister Hans-Heinrich Barnick.  Bild und Text u. Werlich

Der besondere Willkommensgruß des Bürgermeisters galt Landrat Dr. Jens Kullik, der sich bereit erklärt hatte, am Schenefelder Ehrenmal die Gedenkansprache zu halten. Es wurde eine sehr persönliche Rede, die von den Zuhörern mit großem Interesse aufgenommen wurde. Dr. Kullik schlug einen weiten Bogen von dem großen Leid, das allein im vergangenen Jahrhundert durch Krieg und Gewalt entstanden ist zur ganz eigenen Geschichte seiner Vorfahren, die sowohl nach dem Ersten Weltkrieg in Nordschleswig als auch nach dem Zweiten Weltkrieg in Ostpreußen nicht nur Land und Gesundheit, sondern, so Kullik, ,,auch ein Stück ihrer Würde verloren haben".

,,Wir stehen hier aber auch als dankbare Mitbürger, denn wir haben heute einen Frieden, der es uns ermöglicht, uns mit unserer Geschichte auseinander zu setzen und daraus die richtigen Lehren zu ziehen." Der Redner wies aber zugleich darauf hin, dass dieser Frieden in der heutigen Zeit brüchiger zu werden scheint. Er forderte dazu auf, den ewigen Kampf gegen das Vergessen entschlossen wie bisher weiterzuführen. ,,Einen Kampf gegen das Vergessen von Grausamkeit, Brutalität, Terrorismus, Krieg und Sinnlosigkeit - unsere Gräber mahnen uns dazu."

Der Redner hob den Umgang mit Gräbern als ein wichtiges Merkmal für die Kultur hervor, und betonte die großen Verdienste des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge. Neben vielen anderen Leistungen würde sich diese intensiv der Grabsuche und Grabpflege widmen und gebe damit Menschen, Verstorbenen ebenso wie Angehörigen und Suchenden, ein Stück ihrer Geschichte und ihrer Würde zurück. ,,Wir hier vor Ort setzen ein entschlossenes Zeichen gegen das Vergessen. Die Gräber und das Andenken an unsere durch Krieg und Gewalt umgekommenen Mitbürger und Familienangehörigen mahnen uns, wir verneigen uns vor den Opfern von Gewalt und Krieg."

Während das Schenefelder Blasorchester den Satz ,,Ich hat´ einen Kameraden" intonierte und die Fahnenabordnungen ihre Fahnen senkten, wurden am Ehrenmal von den Fraktionsvorsitzenden Hans-Otto Boie, Gerhard Boll und Jens Polster sowie von Gemeindevertreter Friedrich Tödt die Kränze der Gemeinde und des Kreises niedergelegt. Die Ehrenwache hielten die beiden Feuerwehrleute Bernd Hoffmann und Christian Radtke. Mit Chorsätzen hatten der Männergesangverein Liedertafel Concordia und der Frauenchor Musica die Feier umrahmt.

Schenefeld, 14. November 2011

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